Ines Kiefer, ein Model im Rollstuhl

Ines Kiefer ist 28, ausgesprochen hübsch, Mutter eines kleinen Sohnes und erfolgreich in ihrem Beruf als Regierungsangestellte im Saarland. Seit ihrem 19. Lebensjahr sitzt sie als Folge einer Krebserkrankung im Rollstuhl.

Ihren Lebensmut und Optimismus hat ihr die Behinderung nicht genommen – ganz im Gegenteil. Aus einer Laune heraus nahm Ines 2007 an beauties in motion teil – dem ersten und einzigen internationalen Model-Wettbewerb für Frauen im Rollstuhl.

Sie gewann im ersten Anlauf den Sonderpreis und einen Modelvertrag mit einem deutschen Kosmetikhersteller, dazu kam “Germany’s Next Topmodel”-Coach Bruce Darnell bei der Preisverleihung auf seine Kosten und stahl Ines einen langen Kuss.

Ines Kiefer gab Treppenlift.at ein kurzes Interview:

Treppenlift.at: Was bewegt dich im Leben?

Ines Kiefer: Mich bewegt es, wenn es anderen Menschen besonders Kindern Leid angetan wird.

Hast du einen Lieblings-Film oder Lieblingsschauspieler?

Mein Lieblingsschauspieler ist Bruce Willis. Sonst bin ich sehr offen.

Welche Erwartungen hattest du vor dem “beauties in motion”-Wettbewerb?

Meine Bewerbung war sehr spontan. Ich wusste nicht, was mich erwartet.

Wie hat sich dein Leben geändert durch den Erfolg bei “beauties in motion”?

Es gibt einige Medienanfragen, die koordiniert werden müssen. Aber ich betreibe das alles als Hobby und versuche, auch für meinen Sohn, es in einem begrenzten Rahmen zu halten.

Model Ines Kiefer (Portrait) Ines Kiefer Model Ines Kiefer posiert im Rollstuhl

Wie reagieren Modelagenturen, Fotografen oder andere Profis aus dem Modelgeschäft auf ein Model im Rollstuhl?

Ich bin sehr erstaunt, wie unkompliziert der Umgang ist. Der Rollstuhl ist oft kein Thema oder eben das gewisse Etwas.

Du bist zum “Gesicht” eines Kosmetikherstellers geworden. Wie läuft das jetzt tatsächlich ab? Kommst dein Bild in Zeitschriften oder auf Plakaten, oder…?

Ich weiß noch nichts Genaueres. Die ersten Bilder von mir sollen im Frühjahr gemacht werden.

Du hast ja einen “Brotberuf” bei der Landesregierung. Welche Anteil hat das Modeln in deinem Leben jetzt und wie hättest du es gerne in Zukunft?

Das Modeln ist mein Hobby und das soll es auch bleiben. Mein “Brotberuf” bietet die Sicherheit für meine kleine Familie.

Wie wohnst du? Wie hast du deine Wohnumgebung auf den Benutzung mit dem Rollstuhl eingerichtet?

Ich habe mir ein barrierefreies Haus bauen lassen. Hier fühle ich mich sehr wohl.

Welche alltäglichen Schwierigkeiten, Gedankenlosigkeiten, Verhaltensweisen und Barrieren ärgern dich als Rollstuhlfahrer?

Naja am meisten ärgert mich es, wenn die Behindertenparkplätze von Menschen zugeparkt werden, die sie nicht brauchen. Aber das ist ein Kampf gegen Windmühlen :-)

Wie bekommst du den Beruf, das Modeln und die Familie unter einen Hut?

Mein Sohn geht in den Kindergarten während ich meinen Beruf ausübe, und beim Modeln ist er entweder dabei oder ich kann auf einen Babysitter zurückgreifen.

Wie ist es, Bruce Darnell zu küssen?

Ich habe ihn gefragt, ob ich einen Kuss bekomme und er hat sofort ja gesagt. Dann wollte er gar nicht mehr aufhören. Es war die Krönung des Abends :-)

Ines, danke für das Interview und viel Erfolg als Model!

Ines Kiefer, ein Model aus dem Saarland